Die Feige

Die Feige ist für Sonja und mich ein ganz besonderer Baum. Wir verbinden mit ihm Sonnenschein, ferne Länder und Urlaub. Wenn wir an den Baum denken kommen uns Bilder von riesigen Feigenbäumen in den Sinn, an denen wir die Suche nach den besten Feigen beginnen und uns nach dieser im Schatten des Baumes jede einzelne Feige teilen und den herrlichen Geschmack genießen. Die vollreifen Früchte schmecken wie Marmelade und es macht uns richtig Spaß in einem Land wie Spanien, die unterschiedlichen wild wachsenden Feigenbäume anzufahren und ihre Früchte zum Frühstück zu verspeisen. Die Feige ist zwar kein heimischer Baum in Deutschland, jedoch kann sie auch hier angebaut werden und liefert schmackhafte Früchte. Weil es unsere absoluten Lieblingsfrüchte sind, wollen wir uns es nicht nehmen lassen euch von ihnen zu berichten.

Der Feigenbaum am Comer See, der einfach die besten Feigen hatte, die wir in dem ganzen Italien Urlaub gegessen haben.

Vegetative Merkmale

Ein Feigenbaum ist leicht zu erkennen. In Deutschland können sie bei günstigen Bedingungen bis zu sechs Meter groß werden. Eine Wuchshöhe von Exemplaren im Mittelmeergebiet ist mit bis zu zehn Metern deutlich höher. Durch bessere Bedingungen als hierzulande, kann der Baum dort diese stattliche Größe erreichen. Die Bäume sind laubwerfend, besitzen eine ausladende Krone und eine sehr dichte Verzweigung. Die Rinde ist meist grau, kann aber auch bei manchen Sorten braun sein. Ein gutes Indiz für die Bestimmung der Sorte ist die Form der Blätter. Sie können von eierförmig bis zu drei-sieben lappig sein, sind filzig und haben eine dunkle Blattoberseite und eine helle Unterseite. Die Blüten der Feige erscheinen in den Blattachsen des einjährigen Holzes und in denen des neu ausgetriebenen Holzes. Sie sehen aus wie kleine grüne Feigen. Die Bäume fruchten zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr, was zu mehreren Fruchtgenerationen und Ernteperioden führt, in denen die Früchte ausreifen. Die Früchte variieren in Form und Farbe. Am bekanntesten sind die lila und grünen Früchte. Das Fruchtfleisch kann ebenso in der Farbe variieren. Eine Bestäubung von Feigenbäumen ist ohne die Feigengallwespe nicht möglich, zudem stellt die Bestäubung von Feigenbäumen einen sehr komplizierten Vorgang in der Natur dar. Die Vermehrung durch Stecklinge ist jedoch sehr einfach. Wenn die Rinde des Baumes verletzt wird, wird ein Milchsaft, der sehr klebrig ist, abgesondert. Bei Kontakt und unter Einwirkung von Sonnenlicht kann die Haut gereizt reagieren.

Vorkommen und Standort

Die ursprüngliche Herkunft der Feige kann nur vermutet werden und liegt wahrscheinlich in Südwestasien. Funde in Siedlungen des Jordan-Tals deuten auf eine landwirtschaftliche Nutzung der Feige schon vor 11.000 Jahren hin. Heute ist sie überall im Mittelmeerraum heimisch. Hier in Deutschland ist ein möglichst sonniger und geschützter Standort von Vorteil um einen bestmöglichen Fruchtansatz zu garantieren. Zumeist wird in Deutschland nur eine Fruchtgeneration gegen September reif für die Ernte. Falls der nötige Platz vorhanden ist den Baum in ein Gewächshaus zu pflanzen können auch mehrere Fruchtgenerationen ausreifen und geerntet werden. Die Wahl der Sorte spielt eine ebenso wichtige Rolle, wenn man Früchte ernten möchte, da sich in Deutschland nur Sorten, die auch ohne Bestäubung Früchte tragen eignen. Außerdem von der Wahl der Sorte auch die Frosthärte abhängig. Junge Bäume sind generell anfälliger für Frostschäden. In Deutschland gibt es keinen kommerziellen Anbau von Feigen, vielmehr begegnet man dem Baum in Hausgärten. Der kommerzielle Anbau in Europa geschieht überwiegend im Mittelmeergebiet, dort wo der Baum heimisch ist.

Unsere Ausbeute im Spanien Urlaub.

Eigene Erfahrungen mit Feigen

Frische Feigen sind fast ausschließlich in den späten Sommermonaten hier in Deutschland erhältlich und meist sehr teuer. Eine Feige kostet auf dem Markt knapp ein Euro und der Geschmack ist nicht besonders. Trockene Feigen dagegen sind das ganze Jahr über erhältlich und werden von uns gerne direkt oder in Müslis geschnitten gegessen oder auch als Süßungsmittel für Hummus verwendet. Die kleinen Kerne erzeugen ein interessantes Mundgefühl beim kauen. Für Sonja und mich sind allerdings die frischen Feigen, direkt vom Baum geerntet, die leckerste Art Feigen zu essen. Wie oben schon erwähnt sind diese im Urlaub eine besondere Delikatesse. Bei den sonnigen Wetterbedingungen im Mittelmeerraum werden die Früchte deutlich süßer und entwickeln ein kräftigeres Aroma. Darüber hinaus kann man sie, wenn man mit dem Auto in den südlichen Ländern Europas unterwegs ist auch kostenlos von den Bäumen, die am Straßenrand wachsen, pflücken. Und davon gibt es in manchen Gegenden hunderte, die leicht zugänglich sind und voll beladen mit saftigen Feigen. Allerdings gibt es auch Bäume, die keine einzige Frucht tragen.
Neuerdings steht in meinem Garten auch ein Feigenbaum. Ein guter Freund schenkte mir diesen zum Geburtstag. Er grub ihn bei sich aus dem Garten aus und trasportierte diesen mit einer Schubkarre in meinen. Die Familie meines Freundes hat den Baum aus einem Steckling gezogen, den sie in Kroatien gemacht haben. Sieben Jahre später dann habe ich den Baum bekommen. An sich war es eine sehr ungünstige Zeit den Baum umzupflanzen, weil es Mitte Sommer war und der Baum so sehr viel Stress ausgesetzt wurde. Trotzdem bildete der Baum eineinhalb Monate später schon neue Blätter und scheint den neuen Standort angenommen zu haben. Bei der Pflanzung habe ich einen Pflanzschnitt durchgeführt, bei dem ich zahlreiche Stecklinge machen konnte und habe mich sehr gefreut als fast alle angewurzelt sind. In Zukunft freue ich mich besonders darauf frische Feigen aus meinem Garten zu ernten und die Stecklinge an interessierte Freunde zu verschenken, damit auch sie einen Feigenbaum besitzen.

Ernährungsphysiologische Fakten

Aufgrund dessen, dass die meisten Feigen in Deutschland in getrockneter Form konsumiert werden, beschränke ich mich auf ernährungsphysiologische Fakten zu den getrockneten Früchten des Baumes.

Auf 100 Gramm getrocknete Feigen kommen:

  • 247 kcal
  • 4 g Protein
  • 55 g Kohlenhydrate
  • 13 g Ballaststoffe
  • 1,3 g Fett

Getrocknete Feigen verfügen außerdem über nennenswerte Mengen an Kalium, Zink, Kupfer, Mangan sowie Eisen. Der hohe Ballaststoffanteil macht getrocknete Früchte außerdem zu einem sehr guten Lebensmittel um die Darmfunktion zu normalisieren.

Fazit

Feigen sind kleine Energiebündel und lassen sich in getrockneter Form besonders gut als kleiner Snack für unterwegs mitnehmen oder lassen sich, wie wir finden, besonders gut in herzhafte Gerichte integrieren, in denen sie ein, durch die Kerne, einzigartiges Mundgefühl erzeugen. Des Weiteren verhelfen sie zu einer gesunden Darmfunktion. Frisch schmecken sie einfach nur super fruchtig und süß, manchmal sogar wie Marmelade. Ein Feigenbaum im eigenen Garten erzeugt leider nicht direkt ein mediterranes Klima, allerdings gibt er einem das Gefühl nicht weit vom Mittelmeer entfernt zu sein. Er ist, besonders durch die handförmigen Blätter, sehr ansehnlich.
So und wer jetzt Lust bekommen hat sich eine frische Feige zu gönnen, sollte schnell noch den Urlaub buchen ;).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s