Die Walnuss

„Plantbased“ bedeutet, man bezieht seine Nahrungsmittel aus der Welt der Pflanzen. Wir finden es schade, dass heutzutage das Wissen, um das Erscheinungsbild und den Anbau, der meisten Pflanzen in Vergessenheit gerät. Es sollte nämlich jedem klar sein, dass unsere Nahrungsmittel nicht aus dem Supermarkt stammen. Dieser Beitrag ist der erste in einer Reihe, wo es hauptsächlich um regionale Nahrungsmittelpflanzen geht. Unser Ziel ist es, dass ihr Nahrungsmittelpflanzen erkennt und wisst, was für einen Wert diese haben, welche Fülle an Nahrung die Natur uns zu bieten hat. Wir beginnen das ganze mit einem Baum der doch den meisten geläufig ist.

Der Walnussbaum

Ein Walnussbaum kann eine Höhe von 15-25 Meter und ein Alter von 150-160 Jahren erreichen. In einem Alter von 60-80 Jahren endet das Höhenwachstum. Kronen von älteren Bäumen erreicht einen Durchmesser von 8-12 Metern. Die Blätter haben eine typische rund-ovale Form. Ein Walnussbaum besitzt männliche und weibliche Blüten, ist also einhäusig, auch monözisch genannt. Die Bestäubung wird durch den Wind verursacht. Blühen tut der Walnussbaum zwischen April und Juni. Zuerst blühen die männlichen Blüten, die wie Kätzchen aussehen und dann die weiblichen, die sich erst einige Zeit später als die männlichen Blüten bilden. Für einen ausgiebigen Fruchtansatz ist die Überschneidung der beiden unterschiedlich geschlechtlichen Blüten wichtig. Spätfröste oder ungünstige Witterungsverhältnisse können den Ertrag mindern. Gedeihen tut der Baum in gemäßigten und subtropischen Breitengraden. Heimisch ist er in Eurasien und Nordamerika.

Die echte Walnuss (Juglans regia) gehört zur Gattung der Walnuss (Juglans) mit über 20 Arten. Wenn man einen Walnussbaum durch einen Sämling vermehrt, trägt dieser erst nach 15-20 Jahren Früchte. Veredelte Bäume können jedoch schon nach nur zwei Jahren Früchte tragen. Die Früchte oder besser gesagt die Nuss wird von einer grünen Schale umgeben, die im Herbst aufplatzt und den Kern freigibt. Das Aussehen und der Geschmack ist wohl jedem geläufig. Die Früchte fallen wenn sie reif sind selbst vom Baum und man kann sie problemlos aufsammeln und lagern. Sie sollten trocken und luftig gelagert werden und halten sich dann ca. ein Jahr. Desweiteren wird das massive Holz des Baumes sehr geschätzt.

Wenn man einen Walnussbaum im Garten hat wächst unter diesem nicht viel anderes mehr, weil die Blätter des Baumes, wenn sie fallen, das Wachstum und die Keimung von anderen Pflanzen unterdrücken. Der Geruch der Blätter vertreibt aber auch Mücken und Fliegen und unter einem größeren Baum herrscht im Sommer ein angenehmes Mikroklima.

Geschichtlicher Hintergrund

Der Walnussbaum gehört geschichtlich zu den ältesten bekannten Baumarten. Schon in der Steinzeit wurde die hoch kalorische Nuss in die Nahrung der Menschen integriert. Auch andere Teile der Pflanze wie die Blätter und Schalen haben einen gesundheitlichen Nutzwert, der schon von früheren Kulturen erkannt wurde. Nach Europa gelangten erste Bäume durch die Griechen und für die weitere Verbreitung sorgten die Römer. Die Walnuss galt damals als Zeichen der Fruchtbarkeit sowie andere Nussarten. Im Christentum dagegen symbolisierte die Walnuss die Kirche.

Fakten von heute

Im Jahr 2016 betrug die gesamte Walnussernte 3.750.000 Tonnen. Die drei Hauptanbauländer sind China mit 1.786 Kilotonnen, dann die USA mit 608 Kilotonnen und Iran mit 405 Kilotonnen. Pro Baum kann mit einem Ertrag zwischen 30-150 Kilogramm gerechnet , abhängig vom Alter des Baumes. Die besten Erträge werden in einem Alter von 40 Jahren erzielt.

Ernährungsphysiologische Fakten

Nun kommen wir zu den ernährungsphysilogischen Fakten und ob es sinnvoll ist, die Nuss in seine tägliche Ernährung mit aufzunehmen:

Auf 100 Gramm Walnüsse kommen:

  • 663 kcal
  • ca. 15 g Protein
  • 10 g Kohlenhydrate
  • 6 g Ballaststoffe
  • 63 g Fett.

Von den 63 g Fett sind 42 Gramm mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wovon nochmal 7,5 g Alpha-Linolensäuren sind. Die Alpha-Linolensäure (Omega-3) gehört mit der Linolsäure (Omega-6) zu den essentiellen Fettsäuren und muss, weil der menschliche Körper sie nicht selber synthetisieren kann, mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie werden für die Entwicklung des Gehirns und von Nervenzellen gebraucht. Im Ökotrophologiestudium lernt man, dass das perfekte Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren, welches man mit der Nahrung aufnimmt 5(Omega-6):1(Omega-3) ist. Die Walnuss liegt da mit einem Verhältnis von 4:1 ziemlich nahe dran.

Des Weiteren sind Walnüsse mit Haferflocken und Soja eine wichtige Quelle für Biotin, welches eine wichtige Funktionen im Kohlenhydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel besitzt. Das Spurenelement Zink ist auch in Walnüssen enthalten. Zink ist für den menschlichen Körper durchaus essentiell und beteiligt bei der Bildung von einigen Enzymen. Auch Zink hat eine wichtige Funktion im Kohlenhydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel. Außerdem ist Zink für das Zellwachstum und dem Aufbau der Erbsubstanz wichtig. Weitere nennenswerte Nährstoffe die in Walnüssen enthalten sind, sind Kupfer, Mangan, Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen sowie die Vitamine A, E, B1, B2, B3 und B5. Das Vitamin B5, auch Pantothensäure, ist in Nüssen wie Cashew, Haselnuss und Erdnuss deutlich mehr enthalten.

Fazit

Die Walnuss ist also durchaus ein Lebensmittel, welches in der Ernährung des Menschen einen Platz haben sollte. Sie kann, vor allem hier in Deutschland, regional geerntet werden, weist eine lange Lagerfähigkeit auf und hat durchaus positive Eigenschaften in der Ernährung des Menschen, besonders wenn man den hohen Gehalt an der essentiellen Fettsäure Alpha-Linolensäure berücksichtigt. Vielleicht hängt das Aussehen der Walnuss auch mit den positiven Eigenschaften für das menschliche Gehirn zusammen ;).

Also wer schon vor diesem Beitrag gerne Walnüsse gegessen hat und einen Walnussbaum in der Nähe hat, freut sich jetzt vielleicht noch mehr darauf, dass bald wieder die Zeit beginnt, in der man das Zubodenfallen der leckeren Nüsse hören kann. Man muss dann nur genau hingucken und kann sich die Taschen schön voll machen. Wer keinen Baum in der Nähe hat sollte schleunigst einen pflanzen, damit auch du in spätestens 20 Jahren Walnüsse ernten kann :D.

Sonja und ich haben auch in der letzten Saison von unterschiedlichen Bäumen einige Taschen voll mit Walnüssen gesammelt und konnten bis vor kurzem davon zehren. Da wir einen riesigen Baum auf dem Grundstück neben an stehen haben, der wie ich beobachtet habe dieses Jahr einen sehr reichen Ertrag bringen wird, können wir es auch wieder kaum erwarten die leckeren Nüsse zu sammeln und zu knacken.

Wenn euch der Beitrag gefallen hat, dann freut euch auf die noch kommenden Beiträge zu anderen Nahrungsmittelpflanzen.

Quellen:

Kreuter, Marie-Luise (1981): Der Bio-Garten: Der praktische Ratgeber für den Anbau von Gemüse, Obst und Blumen, München: BLV Verlag.

Van Wyk, Ben-Erik (2005): Handbuch der Nahrungsmittelpflanzen: Ein illustrierter Leitfaden, Stuttgard: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH.

Elmadfa, Ibrahim et al. (2018): Die große GU Nährwert-Kalorien-Tabelle 2018/19, München: GU Verlag.

Internet: Wikipedia, walnussbaum.info

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